Tag 1 – Ein langer Reisetag

Am Montag morgen nach einem aufmunterndem Käffchen fahren wir mit der S-Bahn zum Flughafen. Wir sind viel zu früh da! Am Vorabend hatten wir aber entschieden, lieber etwas Puffer einzuplanen für den Fall der Fälle. Natürlich ist dieser nicht eingetreten und so haben wir viel Zeit und schlendern nach der Gepäckaufgabe, die im Handumdrehen erledigt war, durch das sehr übersichtliche Foyer des Leipziger Flughafens. Von der üppigen Auslage des Bäckers Kamps lassen wir uns überzeugen und bestellen für jeden Kaffee und ein Teilchen. Nach dem ersten Bissen in meinen ApfelBerliner bekam ich fast einen Brechreiz, so widerlich nach altem Öl schmeckte der. Postwendend ging ich zur Theke und konnte ihn gegen ein anderes Gebäck umtauschen, welches zwar frei von Fettgeschmack, aber auch weit entfernt von lecker war. Eine große Enttäuschung!

Wir hatten bestes Flugwetter! Ich erinnere an das letzte mal, als Sturm Sabine tobte und ich von großen Ängsten geplagt war. Beim Einsteigen konnte ich einen Blick ins Cockpick erhaschen, der Kapitän machte einen sehr erfahrenen Eindruck, überdies hiess er auch noch Schubert, wie wir später nach der butterweichen Landung erfuhren. Der Blick auf Lissabon beim Anflug ist ein Traum, die enorme Dimension der Stadt erkennt man nur aus dieser Position. Zu Fuß bewegt man sich doch eher in einem überschaubaren Rahmen.

Dieses Jahr ist unser Plan ein anderer, wir werden zuerst an die Küste fahren und die beiden letzten Tage in Lissabon verbringen. Also schnappen wir uns unser Auto bei SIXT und düsen los Richtung Süden. Es ist bereits später Nachmittag geworden und da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, nehmen wir die schnellste Verbindung über die A2. Was für ein entspannte Fahrt! Die Qualität der Autobahn ist ausgezeichnet und es herrscht wenig Verkehr. Ich stelle den Tempomat an und muss nach einhundert Kilometern das erste mal bremsen.

Gegen halb acht kommen wir in Vila do Bispo, unserm Zielort an. Wir haben ein Loft beim Pure Fonte Velha B&B gemietet. Die Übergabe durch Valerie ist freundlich professionell und ziemlich schnell erledigt. Wir machen uns mit den Räumen vertraut und teilen die Betten und Bäder auf. Nun ziehen wir noch einmal los, um vor Toresschluß beim Lidl ein paar Sachen für unser heutiges Abendbrot einzukaufen. Es befinden sich Brot, Knoblauch, Schafskäse, Ziegenkäse, Tomaten, Olivenöl, Schinken und eine Flasche regionaler Wein im Korb. Das Abendbrot schmeckt ausgezeichnet, der Wein mundet und es stellt sich große Entspannung ein. Die gemütlichen Betten laden schließlich zum Schlafen gehen ein, es war ein langer Reisetag.