Wenn man das bisher geschriebene so liest, könnte man meinen, wir lägen immer nur am Strand in der Sonne oder säßen nur im Kaffee oder äßen. ABER! ES! GIBT! NOCH! MEHR! Zum Beispiel die unglaubliche „Rota Vicentina“.

Der Hamburger an sich wird jetzt unweigerlich an die Rote Flora denken, aber damit hat es nix zu tun. Rota Vicentina ist ein Netz an Wanderwegen im südlichen Portugal, welches seinesgleichen sucht. Hier an der Algarvischen Westküste gehen diese Wanderwege zumeist (oder eigentlich immer) an der Küste entlang. Und da die Küste hier zumeist (oder eigentlich immer) eine epische Steilküste ist, die jedem Suizidgefährdeten das Herz höher schlagen ließe, verlaufen die Wege immer oberhalb eben dieser Steilküste. SPEKTAKULÄR! Natürlich ist auch das Muldental bei Grimma irgendwie spektakulär, aber das hier ist eine andere Liga oder besser gesagt, eine andere Dimension! Unten schäumt donnernd die Gicht auf („hör mir auf mit Gicht“ denkt da gegebenenfalls so mancher Altersgenosse), oben erstreckt sich das endlose, stahlblaue Firmament und dazwischen steht man selbst, wie so häufig am Abgrund, und fühlt sich ganz klein in dieser natürlichen Erhabenheit der Welt die ebendiese Erhabenheit sofort verliert, wenn der Mensch verändernd eingreift.
Während sich die Damen noch einen Tag am Strand gönnen, schwingt sich Herr Vater auf Schusters Rappen, um die Wanderung zu machen, die den Damen gestern (aus nicht nachvollziehbaren Gründen) verwehrt blieb. Und zwar HIN UND ZURÜCK! Der Wind ist lau, die Temperatur, ob einer leichten Schleierbewölkung sehr angenehm (zumindest zum Wandern) und die Blicke sind weit. Da die von uns geschätzte Gaststube in Azenha do Mar Montags geschlossen hat, kam der alte Trick zur Anwendung, auf dem Hinweg am Trail Head eine eisgekühlte Flasche Super-Bock im Unterholz zu verstecken, die einem dann am Ende der Wanderung sehr zu pass kommt.

Die Damen haben, wie gesagt, den Tag am Strand verbracht, wo es dann doch etwas zu kühl war, um ins Wasser zu gehen. Entsprechend drängt das Töchterlein schon lange vor Sonnenuntergang auf Rückzug vom Gestade. Wir schlendern noch kurz durch Odeceixe, was vornehmlich aus recht steilen Gässlein und weißen Häusern besteht. Dann rutscht die Sonne so langsam hinter den Horizont und wir fahren zurück in Richtung Herberge.
In Rogil kommen wir noch an einem kleinen Lädchen vorbei, dass Käse, Brot, Olivenöl, Spaghetti und Garnelen feilbietet. Was braucht man mehr, um einen Abend standesgemäß ausklingen zu lassen? Und genau so machen wir es.







































































