6. Tag – Bauernmarkt und Almoreira

Heute ist wie an jedem Samstag Bauernmarkt in Aljezur. Wir trinken nur einen Kaffee und machen uns nicht zu spät auf den Weg. Eigentlich brauchen wir nicht viel, da wir nur noch drei Tage hier sind, aber verpassen wollen wir ihn auch nicht. Am Ende ist die Tasche doch ziemlich voll, erstens weil alles frisch und appetitlich aussieht und zweitens weil die Preise sehr verführerisch sind. Leider ist unser Portugiesisch auch im fünften Jahr so schlecht, daß wir den einheimischen Bauern nicht verständlich machen können, was wir möchten oder auch nicht möchten. Am letzten Stand gibt es noch die ersehnte Stiege mit Orangen zum Auspressen.

Wegen Bauarbeiten an der Zufahrtsstrasse nach Carrascalinho nehmen wir einen kleinen Umweg in Kauf und stoppen an einem kleinen Strassencafe in Rogil für den obligatorischen Espresso double. Wir sitzen am Straßenrand und hören Pferdehufe klappern. Beim genauen Hinschauen sehen wir Pferd und Reiter, die direkt zwischen zwei Autos halten bzw. parken. Niemanden, wirklich niemanden wundert das … Dieses Bild gebe es zu Hause niemals.

Nach dem Kaffee bringen wir alles ins Haus und planen den Nachmittag. Diesmal trennen sich unsere Wege, M. macht eine Wanderung an den Klippen bei Arrifana, wir sitzen im Garten, trinken frisch gepressten Orangensaft und schauen in unsere Bücher, ich lese „Nachtzug nach Lissabon“, Juli widmet sich der Kernphysik.

Gegen fünf gibt es Abendbrot mit viel Salat, Brot, Käse und Chorizo. Da wir vergessen haben, Bargeld für die Miete abzuheben, beschließen wir, sofort nochmal loszufahren, um vorher noch am Amoreirastrand den Sonnenuntergang mitnehmen zu können und auf dem Rückweg am ATM zu halten. Wir brauchen fast zwanzig Minuten bis zum Strand, kommen aber gerade noch rechtzeitig, um dem Spektakel beizuwohnen. Wir klettern eine Düne empor, um die Sonne noch drei Minuten länger genießen zu können. Mit einem weißen Pimenta in der Hand schauen wir zu, wie die Sonne vom Meer verschluckt wird.

UND Happy Birthday, liebe Mama.