7. Tag  – Odeceixe und Azenha do Mar

Der Morgen beginnt mit einem großzügigen Frühstück: Omelette mit Schinken, Yoghurt mit Himbeeren, Kaffee, Kakao und selbst gepresster Orangensaft. Die Orangenschalen bekommt der Esel Paco, die Eierschalen gehen an die Hühner, es kommt hier nichts um.

Wir planen den Tag und entscheiden uns für unseren Lieblingsstrand Praia de Seixe bei Odeceixe. Die Anfahrt dauert etwas, aber es lohnt sich. Die Damen wollen sonnenbaden und eine Weile am Meer verbringen, Micha möchte wandern. So trennen sich unsere Wege bis zum Wiedersehen am Café Palhinhas gegen fünf. Um den Strand zu erreichen, muss man vom Parkplatz aus den Seitenarm des Flusses Ribeira de Seixe durchqueren, was keine große Hürde darstellt. Das Wasser geht ca. bis zum Knie. Wir gönnen uns zwei Liegen und einen Schirm und genießen den Blick auf das ruhige Meer bei einer leichten Brise und herrlichem Sonnenschein.

Ich komme mit meinem Buch weiter und tauche ein in die Geschichte von Raimund Gregorius, der von einer Sekunde auf die andere sein Leben ändert. Es gibt davon auch eine Verfilmung mit dem wunderbaren Jeremy Irons in der Hauptrolle. Es ist so entspannend, daß wir beide sogar kurz einschlafen. Schließlich verpassen wir die Zeit und es wird zu spät für unsere Wanderung. Wir versuchen es trotzdem, merken aber nach kurzer Zeit, daß wir viel zu spät kämen zum verabredeten Ort. So müssen wir abbrechen. Schade, denn die Aussicht ist herrlich. Übrigens hat uns auch die Überquerung des Flusses etwas mehr Zeit gekostet als auf dem Hinweg, denn der war inzwischen dreimal so hoch, das Wasser reichte uns jetzt bis zum Po.

Also geben wir klein bei und rufen Micha an, damit er uns mit dem Auto abholt, natürlich ist er alles andere als begeistert. Wir laufen ihm ein Stück auf der Schotterpiste entgegen und genau an der Stelle, wo wir uns treffen, steht ein Auto mit Leipziger Kennzeichen. Statt mit einem freundlichen Hallo begrüßen wir den Typ daneben mit einem melodischen „RBL“. Darauf war er sichtlich nicht gefasst und schaut uns ziemlich verdattert an. Nun nicht jeder begreift seine Stadt als Fußballteam.

Wir kommen nun endlich im Café Palhinhas in Azenha do Mar an. Es bleibt uns nur noch eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Wir trinken erst einmal ein kühles Bier zur Erfrischung. Dann geht es Schlag auf Schlag und wir bekommen unser bestelltes Menü: Octopus-Salat, Knoblauch-Garnelen und zum Abschluss eine riesige Cataplana de Mariscos, dazu eine Flasche regionalen Weißwein. Herrlich!